Unsere Bewältigung und Gestaltung von Übergängen

7 Unsere Bewältigung und Gestaltung von Übergängen

Übergänge von Kindern werden Transitionen genannt. Es gibt große und kleine Transitionen. Ein großer Übergang ist der vom Elternhaus in die Kita. Damit dieser positiv verläuft müssen Eltern und Fachkräfte zusammenarbeiten.

7.1 Eingewöhnung in den Nestbereich

Der Start in der Kita ist für Kinder und ihre Eltern ein großer Schritt. Die noch kleinen Kinder müssen die Trennung zu ihren wichtigsten Bezugspersonen verkraften und neue stabile Beziehungen zu den anfangs noch unbekannten Fachkräften in der Einrichtung knüpfen. Aber auch die Eltern müssen die richtige Balance zwischen Loslassen, Vertrauen und Schützen bzw. Behüten finden. Wir gewöhnen die Kinder in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell ein, das sich in fünf Abschnitte gliedert:

  1. Das Erstgespräch
  2. Die Grundphase
  3. Die ersten Trennungsversuche
  4. Die Stabilisierungsphase
  5. Die Schlussphase

 

Im Folgenden wird Ihnen nun unsere Art der Eingewöhnung genauer erläutert: 

In einem Aufnahmegespräch, welches meist der erste Kontakt zwischen Eltern und Fachkräften ist, wird die Eingewöhnung besprochen. Hierbei werden vor allem wichtige Fragen zum Kind und seinen Bedürfnissen besprochen und notiert. Das Kind und die Familie stehen dabei stets im Mittelpunkt. Zudem wird der genaue Zeitpunkt der Eingewöhnung festgelegt.

Am ersten Tag der Eingewöhnung kommt eine Bezugsperson, meist Mutter oder Vater, mit dem Kind in die Kindertagesstätte und verweilt dort ca. für eine Stunde. Die Bezugsperson ist der sichere Hafen für das Kind und soll sich den anderen Kindern eher passiv gegenüber verhalten. Seine Aufmerksamkeit liegt nur auf dem eigenen Kind. Die Fachkraft versucht, Kontakt zu dem Kind aufzubauen und bietet kleine Spielangebote an. Diese erste Annäherung dauert ca. drei Tage.

Nun kommt es zur ersten Trennung des Kindes von der Bezugsperson. Die Bezugsperson kommt mit dem Kind in die Kindertagesstätte und bleibt zunächst als sicherer Hafen im Raum. Wenn das Kind mit der Fachkraft oder den Kindern agiert, verabschiedet sich die Bezugsperson dann vom Kind und verlässt für kurze Zeit (in Absprache mit der Fachkraft) den Raum. Spielt das Kind weiter oder lässt sich von der Fachkraft trösten bzw. ablenken, so bleibt die Bezugsperson die verabredete Zeit außerhalb des Raumes. Wenn die Bezugsperson wieder zurück in den Raum kommt, ist die Zeit in der Kita für den Tag beendet. So lernt das Kind: "Wenn die Bezugsperson kommt, ist die Kita-Zeit beendet". Weint das Kind hingegen und lässt sich nicht beruhigen, so wird die Bezugsperson bereits früher, vor Ablauf der verabredeten Zeit, zurück in den Raum gerufen und verbringt nochmals gemeinsam Zeit mit dem Kind in dem Raum. Eine Trennung wird dann zu einem späteren Zeitpunkt nochmals probiert.

Wenn eine Trennung von der Bezugsperson positiv verlaufen ist, wird die Zeit, in der das Kind alleine in der Kita bleibt, verlängert, d.h. die Zeit, in der die Bezugsperson gemeinsam mit dem Kind im Raum ist, wird verkürzt und die Zeit des Kindes in der Kita wird schrittweise verlängert. Je nach Kind und je nach dem, wie lange das Kind alleine ohne Bezugsperson Zeit in der Kita verbringen kann, ist es der Bezugsperson möglich, die Kita zu verlassen. Die Bezugsperson sollte dennoch jederzeit für die Fachkraft erreichbar sein.

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind sich von der Fachkraft trösten lässt und in guter Stimmung spielt. Der Fokus bei der Eingewöhnung liegt immer beim Kind, des-halb können die verschiedenen Abschnitte der Eingewöhnung auch individuell nach Absprache zwischen Eltern und Fachkräften ausgedehnt oder verkürzt werden.

7.2      Übergang aus dem Nestbereich in den Regelbereich/ Gruppenwechsel

Ein weiterer Übergang in der Kita-Zeit ist der Wechsel aus dem Nest- in den Regelbereich. Vor dem Wechsel sprechen wir den Ablauf und unser gemeinsames Vorgehen mit den Eltern ab. Hierzu haben wir einen Umgewöhnungsflyer erstellt. Dadurch, dass wir gemeinsame Früh- bzw. Spätdienste haben, kennen die jüngeren Kinder schon die Räumlichkeiten mit Spielbereichen und das Fachpersonal aus dem Regelbereich. Um den Zeitraum des Wechsels werden die „Besuche" bei den Adlern ausgedehnt und vom Fachpersonal aktiv begleitet.

Am Tag des Wechsels steht das "Wechselkind" im Mittelpunkt. Es darf sich im Morgenkreis ein letztes Mal seine Lieblingsspiele und -lieder wünschen. Nach dem Spielen packt das Kind „seinen" Koffer, d.h. den Portfolioordner und seine persönlichen Dinge, wie Schuhe, Wechselkleidung usw. werden eingepackt. Nun sagen die U3-Kinder dem „Wechselkind" Tschüss und verabschieden sich von ihm. Von einer Fachkraft begleitet wird das Kind nun die Treppe hinunter zu den Adlern gebracht. Diese stehen hinter der Eingangstür und begrüßen das Kind. Es wird von den Fachkräften in Empfang genommen und sie zeigen ihm den Platz für seine Sachen. Ab jetzt ist das Kind ein Adler.

7.3     Übergangsgestaltung zwischen Kita und Grundschule

Ein weiterer bedeutsamer Übergang im Leben der Kinder ist der Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule. Die Kinder werden in der gesamten Zeit in der Kindertagesstätte auf den Übergang in die Schule vorbereitet. Mit Beginn des letzten Kita-Jahres wird diese Vorbereitung mithilfe von verschiedenen Projektreihen nochmals intensiviert. Zudem kommt es gleichzeitig innerhalb der Adlergruppe zu einem weiteren kleinen Übergang. Die ältesten Adler werden zu ABC-Löwen. Die Namensänderung soll den Kindern dabei helfen, sich nochmals besser gemeinsam als Vorschulkinder zu identifizieren und auf eine gemein-same Zugehörigkeit aufmerksam machen. Bei der Festlegung der Projekte wird sich an den Wünschen, Bedürfnissen und Interessen der Kinder orientiert. Im Zuge dessen werden im Rahmen einer Kinderkonferenz Ideen und Vorschläge der Kinder gesammelt und es kommt zum gemeinsamen Austausch. Hierbei stellt die pädagogische Fachkraft sicher, dass jedes Kind die Möglichkeit bekommt zu Wort zu kommen und von allen Beteiligten angehört wird. In Folge dessen wird über die Vorschläge der Kinder demokratisch abgestimmt und letztlich eine gemeinsame Entscheidung getroffen. Die Kinder können somit selbst- bzw. darüber mitbestimmen, wie sie ihr letztes Kita-Jahr gestalten wollen. Die Ergebnisse der Kinderkonferenzabstimmungen werden schließlich im Flur der Kindertagesstätte ausgehangen, so-dass die Entscheidungen auch für die Eltern der Kindertagesstätten nachvollziehbar sind. Schließlich kommen alle Unterlagen, die von den Kindern während der Projektreihe angefertigt werden, gesammelt in einen Schnellhefter, welchen die Kinder am Ende des Kita-Jahres mit nach Hause nehmen dürfen. Darüber hinaus besteht eine Kooperation zwischen der Kindertagesstätte Tabaluga und der Grundschule Klüsserath. Um den Übergang zur Grundschule für die Kinder zu erleichtern, finden im Voraus Besuche unter den Einrichtungen der jeweiligen Vorschulkinder statt. Die Kinder lernen so ihre zukünftigen Klassenkameraden, sowie die Lehrkräfte und das Schulgebäude kennen.